Seit Jahren betrachte ich das Schweizer Vereinsleben aus nächster Nähe und staune immer wieder, wie stark Sportclubs in unserer Gesellschaft verankert sind https://crescianoboulder.ch/. Ob nun Fussball, Turnen, Bouldern oder Schwingen – die rund 19’000 Sportvereine im Land sind das Herzstück des Breitensports. In diesem Artikel gebe ich weiter meine Erfahrungen, biete Orientierungshilfen und zeige auf, welche Neuerungen das Clubjahr bestimmen. Wer den passenden Verein sucht oder bloß auf dem Laufenden bleiben will, erhält hier praxisnahe, sofort nutzbare Informationen.
Klettern und Bouldern als Muster für lebendiges Vereinswachstum
Kaum ein anderer Sport zeigt aus meiner Sicht momentan eine so starke Mitgliederkurve als das Bouldern und Sportklettern. Seit den Olympischen Spielen und dem wachsenden Angebot an kommerziellen Hallen strömen Menschen mit vollkommen unterschiedlichem Hintergrund in die Vereine. Ich selbst klettere seit Jahren und sehe, wie die Szene ihre frühere Subkultur ablegt, ohne den Kern der Gemeinschaft zu verlieren. Bei Nachwuchsrekrutierung bis zur Wettkampforganisation bietet dieser Bereich markante Parallelen zum gesamtschweizerischen Vereinswandel.
Ein zentraler Erfolgsfaktor liegt in der tiefen Einstiegshürde. Eine Schnupperkletterstunde liegt bei in vielen Hallen zwischen 25 und 35 Franken inklusive Leihschuhen, und die meisten Boulderclubs haben ein monatliches Passivmitgliedschaftsmodell ab rund 50 Franken an. Das ist erheblich günstiger als eine volle Fitnessmitgliedschaft, bei vergleichbarer Intensität. Ich merke, dass besonders Studierende und Berufstätige zwischen 25 und 40, die früher vereinsfern waren, jetzt den Weg in die Hallen entdecken und langsam auch das Clubleben kennenlernen.
Eingliederung in den Verein in einer kommerziellen Szene
Material, Sicherheit und Bildungswege
Im Kontrast zu vielen anderen Sportarten ist die Ausrüstungsverantwortung beim Bouldern relativ gering, aber die Sicherheitsanforderungen sollten nie vernachlässigt werden. Ich merke oft, dass Neulinge den Unterschied zwischen Bouldern in Absprunghöhe und Sichern am Seil nicht ausreichend kennen. Ein guter Verein vermittelt beides systematisch und führt ein Logbuch, das durchgeführte Sicherheitskurse festhält. Achte darauf, dass der Club von Swiss Alpine Club oder einer anderen amtlichen Stelle anerkannt wird; das garantiert kontrollierte Betreuungskompetenz.
Wer sich zum Vorstiegskletterer oder sogar zum Trainer qualifizieren möchte, findet über die Vereine klar definierte Ausbildungswege. Vom Sachkundenachweis Klettern über den Jugendleiter bis zum Boulderspezialisten spannt sich die Palette. Mir gefällt die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und kommerziellen Kletterschulen – sie erzeugt ein breites, qualitativ hochstehendes Ausbildungsnetz. Diese Offenheit kannst du einsetzen, um dich Schritt für Schritt zu fokussieren, ohne gleich den Verbandseintritt beabsichtigen zu müssen.
Die passende Clubkultur identifizieren und festigen
Jeder Club hat seine ganz eigene Persönlichkeit, und genau die bestimmt über Behaglichkeit oder Enttäuschung. Ich erachte es für einen der grössten Fehler, lediglich auf Sportart und Preis zu schauen, ohne dabei die soziale Atmosphäre zu bewerten. Bei meiner Betrachtung divergieren Vereine häufig grundlegend in Art der Kommunikation, Tradition und Offenheit gegenüber neuen Ideen. Der perfekte Club auf dem Papier mag sich als unangenehm erweisen, falls die Chemie nicht passt. Daher widme ich diesem Gesichtspunkt hier gezielt einen gesonderten Abschnitt.
Ein simpler Test, den ich immer einsetze: Verfolge, wie im Verein über Fehler gesprochen wird. Wird ein verpatzter Spielzug öffentlich kritisiert, fragend analysiert oder vernachlässigt? Im Optimalfall zieht der Trainer den Sportler beiseite und liefert konstruktives Feedback. Ein Verein, der Fehler als Lernchance handhabt, schafft ein psychologisch geschütztes Umfeld. Dies habe ich beim Eiskunstlaufverein in Chur exemplarisch erfahren, wo nach Stürzen auf dem Eis nicht Applaus vorausgesetzt wurde, sondern stattdessen gezielte Analysearbeit durchgeführt wurde. Sorgfältig, wertschätzend – und sehr erfolgreich.
Interaktion und Konfliktlösung im täglichen Vereinsleben
Sogar in friedlichsten Vereinen entstehen Konflikte auf. Wesentlich ist für mich, ob der Verein transparente Mechanismen dafür besitzt. Einige Clubs bauen auf ein Konflikttelefon oder eine Vermittlungsperson, insbesondere in umfangreicheren Strukturen mit Jugendteams. Ich empfehle, vor Eintritt das Ansprechpartnerteam zu konsultieren und nach dem konkreten Vorgehen bei Zuwiderhandlungen gegen den Verhaltenskodex zu fragen. Wer hier vage antwortet, zeigt möglicherweise strukturelle Defizite auf.
Die zeitgemäße Vereinskommunikation erfolgt häufig über Chat-Dienste wie Signal oder Threema. Von Bedeutung ist, dass sämtliche wichtigen Infos gleichwohl gesammelt archiviert werden. Mir sind Clubs bekannt, die wegen unkoordinierter Chatgruppen wichtige Abmeldungen übersahen, was zu ausgefallenen Trainingseinheiten führte. Eine sinnvolle Maßnahme ist ein fester Redaktionsrhythmus, wobei eine Person die Übersicht in eine gemeinsame Plattform oder einen E-Mail-Verteiler schickt. So bleibt jeder Einzelne und jeder orientiert, ohne im Nachrichtenstrom unterzutauchen.
Neueste Entwicklungen und Entwicklungen im Schweizer Clubleben
Die zurückliegenden zwei Jahre haben das Vereinsgeschehen umgekrempelt, aber auch einen Digitalisierungstrend angestoßen, den ich so nicht gedacht hätte. Mehr und mehr Clubs präsentieren Online-Kurse, digitale Choreografien oder virtuelle Mitgliederversammlungen an. Diese Anpassungsfähigkeit beibehalten sie nun oft bei, auch wenn der Präsenzbetrieb zurück ist. Ich erachte das für klug, denn hybride Optionen senken die Zugangshürde für Neumitglieder und gestatten Trainings auch bei knappen Zeitressourcen. Ein wahrer Gewinn für den modernen Vereinssport.
Auffällig ist für mich der kontinuierliche Boom bei Outdoor- und Trendsportarten. Boulderhallen, Trailrunning-Gruppen und Stand-up-Paddling-Clubs wachsen stark, während traditionelle Angebote wie Leichtathletikvereine um Mitglieder bemühen. Ich erkläre mir das mit dem Verlangen nach flexiblen, erlebnisorientierten Sportformaten, die weniger Verpflichtungscharakter haben. Viele dieser Clubs präsentieren bewusst niederschwellige Probemöglichkeiten und kommen ohne auf starre Trainingspläne. Das kommt einem modernen Lebensstil entgegenwirkt und lockt eine neue Zielgruppe in die Vereine.
Digitale Transformation von Training und Management
Umweltbewusstsein und Teilhabe als wachsende Themen
In Unterhaltungen mit Vorstandsmitgliedern fällt mir häufig auf, wie stark die digitale Transformation die Administration transformiert hat. Systeme wie ClubDesk oder Verwaltungssoftware aus der Schweiz ermöglichen heute eine digitale Mitgliederverwaltung. Das erspart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Irrtümer. Ich eigenhändig erlebe bei Organisationen, die migriert sind, eine deutliche Reduktion des Ehrenamts. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Energie für das eigentliche Clubleben – ein vorteilhafter Kreislauf.
Für Trainingsziele sehe ich ebenfalls einen deutlichen Trend zu Apps. Vom Trainingsprogramm bis zur Taktikboard einsetzen selbst Freizeitvereine digitales Werkzeug, das ehemals Fachleuten zugedacht war. Vor allem interessant finde ich Videoanalyse-Tools, die jetzt zu erschwinglichen Preisen verfügbar sind. Ein mittlerer Fussballclub im Kanton Zürich demonstrierte mir, wie sie mit einfacher Ausstattung Spielausschnitte ins Teamchat stellen und gemeinsam analysieren. Das unterstützt Lernerfolge und stärkt den Zusammenhalt ohne hochpreisige Hardware.
Ökologie ist kein Randthema mehr: Mehr und mehr Sportvereine verfolgen ökologische Ziele in ihren Statuten. Ich verfolge, wie Clubs auf Mehrwegbecher wechseln, Fahrgemeinschaften fördern oder Solaranlagen auf Clubhäusern anbringen. Besonders beeindruckend finde ich Vereine, die Spiessweiterungen aus recycelten Materialien verwenden oder bei Turnieren regionale, saisonale Verpflegung offerieren. Diese Schritte verbessern das Profil und ziehen umweltbewusste Mitglieder an, die heute genau diesen ganzheitlichen Ansatz suchen.
Parallel dazu sehe ich erhebliche Fortschritte bei der Inklusion. Immer mehr Clubs schaffen barrierefreie Zugänge und inklusive Trainingsgruppen. Ich habe mir spezielle Programme im Kanton Bern angesehen, wo ein Leichtathletikverein wöchentlich eine gemischte Sportgruppe für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung organisiert. Was mich daran besonders anspricht, ist die Selbstverständlichkeit im Miteinander. Diese Entwicklung wird von Swiss Paralympic und dem Bundesamt für Sport mit gezielten Programmen vorangetrieben, was die Breitenwirkung vergrößert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prävention von Überlastungsschäden bei Jugendlichen. J+S stellt den Vereinen ausführlichere Leitfäden und Trainerkarten zur physischen Belastungssteuerung zur Verfügung. Ich empfehle allen Jugendtrainerinnen und -trainern, diese Materialien mindestens einmal durchzugehen. In Testphasen in drei Kantonen zeigte sich eine bemerkenswerte Senkung der verletzungsbedingten Ausfälle. Wer frühzeitig auf fundierte Aufbauprogramme setzt, beugt vor chronische Probleme, die später Karrieren kosten können.
Frische Infrastrukturprojekte und ihre Möglichkeiten
Schweizweit entstehen gerade verschiedene moderne Sportanlagen, die für Vereine frische Heimat bieten. Besonders im Raum Winterthur, Luzern und Lugano verfolge ich umfangreiche Investitionen in polysportive Hallen, die Kletterwände, Gymnastikräume und Rasenspielfelder unter einem Dach kombinieren. Diese Projekte werden oft in öffentlich-privaten Partnerschaften realisiert und sollen den Mangel an winterfesten Trainingskapazitäten verringern. Für Vereine bedeutet das konkret: Längere Nutzungszeiten und weniger Ausweichverkehr zwischen Schulsporthallen.
Parallel dazu unterstützt das Bundesamt für Sport bewusst den Sanierung bestehender Anlagen in energieeffiziente Sportstätten. So profitierte kürzlich ein Ostschweizer Turnverein von einem Zuschuss für eine Photovoltaikanlage auf dem Clubdach, was die jährlichen Nebenkosten um knapp 2’000 Franken senkt. Solche Vergünstigungen schlagen direkt auf die Mitgliederbeiträge durch. Ich empfehle allen Vorständen, die aktuellen Förderfenster von Swiss Olympic zu prüfen; die Antragsfristen sind oft knapp, aber der Einsatz lohnt sich spürbar.
Mitgliedsein und Clubleben: Das solltest du genau verstehen
Eine Mitgliedschaft im Schweizer Sportverein beinhaltet weit mehr als kontinuierliches Training. Es geht um Mitbestimmung, ehrenamtliches Engagement und ein engmaschiges soziales Netz. Ich beobachte immer wieder, dass Neumitglieder diesen kulturellen Aspekt verkennen. Anders als im Fitnessstudio wird in einem Verein zusammen entschieden, organisiert und gefeiert. Wer sich darauf einlässt, gewinnt schnell tiefe Freundschaften. Es lohnt sich, die verborgenen Pflichten und Rechte von Anfang an zu kennen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.
Ansprüche, Aufgaben und das implizite Regelwerk
Jeder Verein hat formelle Statuten, die über die Website oder auf Anfrage einsehbar sind. Darin sind die formellen Mitgliedschaftsrechte, etwa das Wahlrecht an der Generalversammlung. Ich empfehle dringend, diese Versammlung im ersten Jahr zu besuchen, auch wenn sie oft auf den ersten Blick eintönig wirkt. Dort entdeckst du die Entscheidungswege erkennen und bemerkst, welche Themen den Club beschäftigen. Mir selbst hat das zu Beginn oft die Augen geöffnet, hinter die Kulissen eines Betriebs zu schauen, den man sonst nur im Trainingsmodus sieht.
Nebst den formellen Regeln existiert fast immer ein ungeschriebenes Regelwerk. Das betrifft Punkte wie Pünktlichkeit, Mithilfe bei Anlässen oder den Umgangston. Ich rate dazu, sich in den ersten Wochen zurückhaltend zu verhalten und aufmerksam zu beobachten. Manche Vereine legen grossen Wert auf gemeinsames Materialpflegen nach dem Training, andere sind da lockerer. Ein Fettnäpfchen ist schnell umlaufen, wenn du erfahrenen Mitgliedern Fragen stellst und echtes Interesse am Vereinsalltag zeigst.
Freiwilligenarbeit als zentraler Grundpfeiler
Das Ehrenamt ist das Herz jedes Clubs, und ohne freiwillige Helfer wären die meisten Vereine zahlungsunfähig. Ich habe selbst mehrere Jahre einen Jugendleiterposten begleitet und weiss, wie viel Herzblut in Trainings, Materialpflege und Organisation fliesst. Anerkennung bekommen die Engagierten leider selten. Wer neu eintritt, sollte sich früh überlegen, wo er oder sie sich ein kleines Stück einbringen kann, sei es bei einem Apéro oder als Fahrer für Auswärtstermine. Das schafft sofort Ansehen und Vertiefung. genau hier
Der Zeitbedarf lässt sich oft flexibel gestalten. Kleine Aufgaben wie Trikotwäsche oder Kuchenverkauf an Turnieren benötigen nur punktuell Zeit. Viele Clubs führen außerdem eine elektronische Helferbörse, in die man sich registrieren kann. Ich denke, dass das Ehrenamt viel von seinem Schrecken verliert, wenn es offen und in kleinen Portionen organisiert wird. So bleibt ausreichend Platz für das eigene Training, und du siehst den Verein aus einer frischen, wertvollen Perspektive.
Neuigkeiten aus dem Sport in der Schweiz: Die neuesten Entwicklungen
In den zurückliegenden Monaten haben verschiedene Organisationen und Behörden Anpassungen der Regeln und neue Förderprogramme veröffentlicht, die für Vereinsmitglieder sofort fühlbar sind. Ich fasse die wichtigsten Änderungen zusammen, die mir bei meiner Recherche aufgefallen sind und die für die Praxis eine Veränderung bringen. Von aktualisierten Richtlinien für den Jugendsport bis zu aktuellen Infrastrukturvorhaben lohnt sich ein detaillierter Blick. Diese Aktualisierungen wirken sich aus auf Trainingsalltag, Kosten und Teilnahmebedingungen direkt, also musst du sie kennen.
Fortschritte bei J+S und neue Förderschwerpunkte
Jugend und Sport (J+S) hat seine Ausbildungsstruktur weiter modulisiert, um Vereinen größere Flexibilität zu geben. Als Beobachter schätze ich, dass inzwischen kompaktere Einführungskurse für Hilfsleiter zur Verfügung stehen. Besonders für kleinere Clubs bedeutet das eine dringend benötigte Unterstützung, weil sie so schneller Personal finden können. Die Teilnehmer müssen neu mindestens 14 Jahre alt sein und vorgeschriebene Online-Schulungen absolvieren, bevor sie aktiv werden können. Das senkt die Einstiegshürde, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
So entdeckst du den passenden Verein – meine getestete Schritt-für-Schritt-Anleitung
Nach zahlreichen Gesprächen mit Wechselwilligen weiß ich, wie anspruchsvoll die Vereinssuche sein kann. Schlicht den nächstgelegenen Club zu nehmen, greift oft zu kurz. Ich rate zu eine strukturierte Herangehensweise, die individuelle Ziele, zeitliche Ressourcen und soziale Kontakte berücksichtigt. Mit der folgenden Anleitung gelangen selbst unentschlossene Sportbegeisterte in einem Club, der nachhaltig Freude bringt. Sie stützt sich auf Methoden, die ich über Jahre verfeinert habe und die sich bei vielfältigen Sportarten etabliert haben.
Die erste und wichtigste Regel besagt: Nimm dir ausreichend Zeit für mehrere Probetrainings. Ich stehe nicht auf schnellen Entscheidungen nach einem einzigen Besuch, denn Ambiente und Trainingsqualität variieren je nach Tag und Zusammensetzung der Gruppe. Ein Verein, der beim ersten Eindruck punktet, kann beim zweiten Mal Schwächen offenbaren. Mein Standardrat ist, mindestens zwei bis drei Termine bei verschiedenen Übungsleitern zu besuchen und danach ein ehrliches Bauchgefühl mit konkreten Kriterien abzugleichen.
- Bedarfsanalyse vornehmen: Notiere, welche Ziele du verfolgst (Fitness, Wettkampf, Geselligkeit) und wie viele Stunden pro Woche umsetzbar sind. Ich erledige das selbst mit einem einfachen Blatt Papier – es verbessert die Prioritäten enorm.
- Regionale Auswahl erkunden: Ziehe heran die kantonalen Sportdachverbände, Swiss Olympic und Plattformen wie sportverein.ch. Ich filtere zuerst nach Distanz zum Wohnort, denn lange Anfahrtswege sind auf Dauer der typischste Austrittsgrund.
- Probetrainings vereinbaren: Wende dich an mindestens drei Vereine an und ersuche nach unverbindlichen Schnupperterminen. Nenne deine Vorerfahrung, damit der Trainer die Übungen anpassen kann. Ich achte dabei auf die Reaktionszeit – sie zeigt, wie organisiert der Club ist.
- Evaluationskriterien bewerten: Beurteile während der Probetrainings konkret Trainerqualität, Gruppendynamik, Anlagenzustand und Kommunikation. Ich benote jedes Kriterium mit einer Schulnote, das macht den Vergleich später leichter und neutralisiert die Entscheidung.
- Mitgliedschaft regeln: Bitte dir die Statuten, Beitragsordnung und eventuelle Pflichttermine aushändigen. Ich bestehe auf einer schriftlichen Übersicht – mündliche Zusagen allein haben mich schon öfter in die Irre geführt.
Die fünf Phasen mögen aufwändig erscheinen, doch sie schützen vor Enttäuschungen. In meiner Beratungspraxis geben über 80 Prozent der Ratsuchenden zurück, dass sie sich danach viel sicherer fühlen. Ein weiterer bedeutender Nebeneffekt: Wer mehrere Vereine besucht, lernt die lokale Sportszene besser kennen. So entstehen oft Kontakte, die auch über die Vereinswahl hinaus nützlich sind. Der initiale Mehraufwand zahlt sich also gleich mehrfach aus.
Die Vielfalt der Schweizer Sportvereine verstehen
Die Schweizer Sportlandschaft ist außergewöhnlich dicht: Statistisch kommt ein Verein auf etwa 460 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich sehe darin einen klaren Vorteil, denn kaum ein anderes Land bietet eine ähnliche Auswahl direkt vor der Haustür. Von klassischen Turnvereinen über trendige Boulderhallen bis zu weniger bekannten Angeboten wie Indiaca oder Faustball decken die Clubs nahezu jede Bewegungskultur ab. Diese Vielfalt macht es möglich, auch Nischeninteressen gemeinsam auszuleben.
Was mich besonders beeindruckt, ist die föderale Struktur. Jeder Kanton und viele Gemeinden fördern den Sport aktiv mit eigenen Programmen, etwa über Sportämter oder kantonale Sportkonzepte. Dadurch entsteht ein engmaschiges Netz, das auch in ländlichen Regionen tragfähig ist. Meine Erfahrung zeigt, dass selbst kleine Dörfer oft einen Mehrspartenverein führen, der Jung und Alt integriert. Genau diese lokale Verankerung sorgt für kurze Wege und einen starken sozialen Kitt, den ich bei jedem Besuch neu schätze.
Massen- und Freizeitsport versus Leistungssport: Zwei Welten unter einem Dach
Geldmittel und Kostenaufstellungen im Vergleich
Viele Vereine verbinden heute Hobby- und Wettkampfsport unter einem Dach, etwas, das ich aus konzeptioneller Sicht äusserst sinnvoll halte. Während ambitionierte Wettkämpfer in Leistungskadern üben, ist das offene Training für alle offen. Diese Offenheit schafft Vorbilder und spornt Nachwuchstalente zusätzlich. Ich merke immer wieder, dass Jugendliche durch den direkten Kontakt zu Kadersportlern auf einmal selbst mehr erzielen wollen. Zugleich behalten Hobbysporttreibende ihren festen Platz, ohne Druck zu fühlen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist das Miteinander von Spass und Wettkampf eine nützliche Lernumgebung . Vereine, die beides trennen können, übermitteln mir eine stärkere langfristige Mitgliederbindung zurück Entscheidend ist, so höre ich von Vorständen, eine klare Kommunikation der unterschiedlichen Trainingsziele. Ohne kluge Steuerung entstehen sonst Reibungen zwischen den Gruppen. die Optionen Aus diesem Grund rate ich bei der Vereinswahl einen Blickwinkel auf das Leitbild, um festzustellen, welche Philosophie der Club real umsetzt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen differieren von Club zu Club deutlich. Während klassische Turnvereine oft mit Jahresbeiträgen um 100 bis 200 Franken hinkommen, können spezialisierte Angebote wie Bouldern oder Eishockey rasch auf 500 bis über 1’000 Franken pro Jahr ansteigen. Aus meiner Analyse ergeben sich die Mehrkosten vor allem durch Hallenmieten, spezielles Material und lizenzierte Trainer. Ich rate, bei Probetrainings explizit nach dem Gesamtbudget zu fragen, inklusive Ausrüstung, Lager und etwaiger Lizenzgebühren.
Erfreulich ist, dass viele Gemeinden und Stiftungen Beitragsgesuche unterstützen. In mehreren Kantonen gibt es zudem Familiensporttarife, die Geschwistern und Eltern ermässigte Beiträge gewähren. Eltern sollten auch nachsehen, ob die Krankenkasse über Zusatzversicherungen einen Teil der Vereinsbeiträge rückvergütet. Ich selbst habe schon mitbekommen, wie Familien durch gezielte Fördermittelbelastungen von mehreren Hundert Franken entlastet wurden. Gerade bei teureren Sportarten zahlt sich aus diese Recherche enorm.
Blick in die Zukunft: Wohin steuert das Schweizer Sportvereinswesen?
Ein Ausblick in die unmittelbare Zukunft offenbart mir, dass hybride Sportmodelle und inhaltliche Fokussierung weiter zunehmen werden. Immer mehr gemeindliche Partnerschaften vereinen Kräfte, etwa wenn drei kleine Turnclubs eine geteilte Trainingshalle betreiben und die Ausbilder austauschen. Diese Tendenz unterstütze ich, denn sie bewahrt das freiwillige System belastbar und generiert ansprechende Trainingsstunden, die normalerweise nicht finanzierbar wären. Die Kunst wird sein, die örtliche Eigenart trotzdem zu bewahren und nicht zum gesichtslosen Sportanbieter zu degradieren.
Zugleich drängen privatwirtschaftliche Anbieter und lose Trainingsgemeinschaften auf den Sektor, die ohne offizielle Clubstruktur funktionieren. Ich sehe darin nicht so sehr eine Risiko als eine Einladung, das persönliche Erscheinungsbild zu verbessern. Clubs, die Gemeinschaft, Fortbildung und gemeinschaftliche Mitwirkung bereitstellen, können manches, was ein lockeres Netzwerk nicht leisten kann. Insbesondere die Verbindung aus individueller Begleitung, sozialer Bestätigung und demokratischer Beteiligung ist ein Trumpf, mit dem traditionelle Vereine wuchern sollten.
Was mir sehr Zuversicht macht, ist die Offenheit der jungen Generation für Engagement, wenn der Rahmen passt. Projekte wie „Jugend führt Verein“ oder Betreuungsprogramme in verschiedenen Kantonen belegen, dass zwanzigjährige durchaus fähig sind, Aufgabe zu tragen – vorausgesetzt, sie erhalten Gestaltungsspielraum. Ich verfolge diese Aktion sehr genau, denn sie könnte die vielfach erwähnte Nachwuchssorge im Leitungsteam verringern. Frische Ideen allein sind ausreichend aber nicht; der Gesamtclub muss auch delegieren können und Missgeschicke als Entwicklungsschritte akzeptieren.